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Mein schlimmstes Erlebnis mit Oliver

Hallo ihr Lieben,

es ist schon eine Weile her, es war der 28.09.2015. Oliver war zuvor 2 Wochen krank und war den 1. Tag wieder bei den Tageseltern. Da er auch endlich wieder fit war, konnten wir am Nachmittag unseren letzten Kurstermin vom Babyschwimmen nachholen.
Nachdem ich Feierabend gemacht hatte, machte ich mich auf den Weg, um Oliver abzuholen. Gleich danach fuhr ich mit ihm zur Schwimmhalle, damit wir genug Zeit hatten uns fertig zu machen. In dem Moment fiel mir auf, dass ich meine Badelatschen vergessen hatte. Ich hatte keine Zeit mehr, sie noch zu holen. Ich habe mir nur gedacht, dass ich dann sehr vorsichtig sein muss.

Es klappte recht gut, mit kleinen Schritten konnte nichts passieren. Nachdem unser Kurs zu Ende war gingen wieder duschen und wollten uns dann umziehen. Als ich in die Umkleide kam, waren da große Pfützen von den Vorgängern.
Ich hatte es leider nicht gesehen. Der Bodenbelag in der Umkleidekabine war aus Linoleum, was es dann sehr rutschig machte und dann passierte es doch. Trotz großer Vorsichtigkeit und kleinen Schritten fiel ich mit voller Wucht auf den Po. Ich hatte Oliver auf dem seitlich auf dem Arm, über der Hüfte. Durch die Wucht stieß ich genau mit diesem Arm auf den Boden und auch Ollis Kopf knallte auf. Es ging alles so schnell. So schnell wie ich gefallen war, so schnell war ich auch wieder hoch.
Oliver fing gleich nach dem ersten kleinen Schock an zu schreien. Ich dachte mir erst nichts dabei. Hinfallen tut er ja ständig, dachte ich mir. Ich konnte ihn gar nicht beruhigen und dann kamen die anderen Mamas mit ihren Kindern. Mir war die ganze Situation so unangenehm, dass ich nur noch raus wollte. Ich beeilte mich so schnell ich nur konnte. Ich dachte mir, dass ich ihn dann zu Hause beobachten würde und wenn er auffällig wird, dann würde ich ins Krankenhaus fahren.

Doch dann sah ich, dass Blut aus seinem Ohr lief. Ich war erst etwas geschockt. Aber ich funktionierte nur. Für mich stand fest, dass ich sofort ins Krankenhaus musste. Die anderen Mamas fragten nach, warum er denn so weint. Als ich sagte, dass wir ausgerutscht sind, sah die Mama neben mir das Blut. Es war nicht viel, es war wirklich nur ein wenig, aber dennoch beunruhigend. Die Mamas waren sehr unterstützend. Die eine Mama rief den Notarzt für mich, gab mir ihren Ersatzschnuller und die andere versuchte Olli zu beruhigen, damit ich mich schnell anziehen konnte. Es war so toll, wie sie mir halfen.

Es dauerte auch nicht lange, vielleicht 10, höchstens 15 Minuten, dann war der Krankenwagen da. Die Männer halfen mir alles in den Krankenwagen zu tragen. Da Olli sich immer noch nicht beruhigen ließ, konnten sie ihn nicht auf der Trage anschnallen, daher saß er auf meinem Schoß und wir wurden zusammen angeschnallt. Wir fuhren los.
Dann kam es. Ich weinte und weinte und weinte. Ich fühlte mich so schlecht. Wie konnte das nur passieren? Was war ich denn für eine schlechte Mutter? Es war schrecklich. Alles ging ziemlich schnell.

In der Notaufnahme ging es auch alles schnell. Wir mussten etwas warten. Nach kurzer Zeit wurde ein MRT vom Kopf gemacht. Bei jedem Versuch, wo sie Olli nehmen und auf den Tisch legen wollten, weinte er wieder mehr. Die Frau beim MRT war so genervt. Es war schlimm, wie zickig sie war. Oliver musste sediert werden. Ich schaukelte ihn und sang ihm vor. Es war ja mittlerweile nach 18 Uhr und Oliver war einfach nur müde und total fertig, aber er kam nicht zur Ruhe.

Als er langsam eingedüst war, legte ich ihn hin und gleich schrie er wieder. Ich durfte nah bei ihm bleiben und ihn festhalten, so dass er wusste dass ich da war, aber ich musste eine Schutzweste anziehen. Wir kamen auf die Station der Kinderchirurgie. Die Schwester dort war schon etwas älter und von Freundlichkeit hielt sie nicht viel. Als ich sagte, dass ich mit ihm gefallen bin, schaute sie mich an, als hätte ich Olli geschlagen. Das bereitete mir noch mehr Schuldgefühle. Immer wieder kamen mir ein wenig die Tränen.

Ich hatte André schon Bescheid gegeben, dass er ins Krankenhaus kommen muss. Ich war so froh als er dann da war. Oliver musste verkabelt werden zwecks EKG-Untersuchungen und die Schwester war meiner Ansicht nach total falsch auf der Kinderstation. Er schrie und schrie und ich konnte ihn nicht beruhigen, da sie einfach nicht fertig wurde. Es passierte, was passieren musste, da Oliver ja nun schon so viel geschrien hat. Er spuckte alles voll. Die Schwester war genervt, da sie neue Sachen holen musste und sie nahm das als Anzeichen für ein Schädel-Hirn-Trauma. Na toll. Aufgrund dessen durfte er nun nichts essen und auch nichts trinken. Erst nachts nach 3 Uhr, als er dann sehr unruhig wurde, ließen sie mit sich reden.

In der Nacht wurden immer mal wieder EKG-Aufzeichnungen gemacht. Es war eine schreckliche Nacht. Immer wieder wurden wir wach, weil er solche Angst davor hatte, wenn die Manschette die Aufzeichnung machte.
Es war alles so schlimm. Im MRT wurde nichts festgestellt, keine Blutung, kein Bruch. Also war schnell Entwarnung. Beim HNO-Arzt wurde auch nichts festgestellt. Im Ohr war alles in Ordnung. Die Ärztin ging davon aus, dass eine kleine Ader geplatzt ist. Es war trotzdem nicht schön, wie einige Schwestern geguckt haben. Ich habe mich so unwohl gefühlt.

Am nächsten Tag war Olli noch etwas müde, aber er war schon fast wieder der Alte. Er hatte strikte Bettruhe und das war bei Olli quasi unmöglich. Es war schon ziemlich schwer in ruhig zu halten. Wir mussten noch eine weitere Nacht zur Beobachtung bleiben. Ich hasse Krankenhäuser.
Nun ja, im MRT gab es aber einen kleinen Zufallsbefund. Es wurde eine kleine Zyste entdeckt, die womöglich angeboren ist. Diese war kontrollbedürftig. Dies ist auch der Grund, warum André und Olli momentan im Krankenhaus sind für eine Kontroll-MRT-Untersuchung. Alles ist in Ordnung. Also hatte dieser blöde Unfall auch was Gutes, sonst hätten wir ja nie davon erinnert.
Rückblickend bin ich froh, dass alles so gut ausgegangen ist und nichts weiter passiert ist. Man sollte einem auch keinen Vorwurf machen. Unfälle können passieren. Es lässt sich nicht immer alles vermeiden und man kann auch nicht immer auf alles achten. Also wenn euch auch mal was Schlimmes mit euren Kindern passiert, dann lasst euch bloß nicht einreden, dass ihr Schuld seid oder Ähnliches.

Das war nun wirklich mal wieder ein Roman, aber auch dieses Erlebnis wollte ich mal los werden. Auch schlimme Ereignisse können mit Kindern passieren, aber dafür gibt es ja dann Tausende schöne Erlebnisse mehr.

Liebe Grüße
Sabrina

Kommentare

  1. Das kann alles passieren. Da muss man ja keine schlechte Mutter sein. Sicher hat man ein schlechtes gewissen aber nicht jede Mutter ist perfekt.

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    1. Das sehe ich ja auch so, aber es gibt ja immer ein paar Leute, die komisch gucken, so wie in meinem Fall im Krankenhaus.

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